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MEINE WELT IN SCHWARZ / WEISS

Meine Welt in Schwarz / Weiss

Schon immer hat mich die Schwarz / Weiss Fotografie mehr fasziniert und als Ausdrucksmittel stärker beeindruckt als Bilder in Farbe.

Diese Faszination entspringt vor allem der Reduktion des Bildes auf die minimalistische Motivdarstellung und der künstlerischen Intensivierung der Bildaussage, die ich zu gleichen Teilen sehr mag.

Genau genommen müsste man auch hier nicht von Schwarz / Weiss Fotografie reden, sondern vielmehr von Graustufen-Fotografie, denn genau darum geht es bei dieser Form der Fotografie – nämlich der „Übersetzung“ von farbiger Realität in die reduzierte Dimension der Graustufen, bei der der tiefste Schwarzpunkt und der hellste Weisspunkt nur das Ende des Spektrums markieren.

Es ist sehr fesselnd sich mit diesem Art der Abbildung zu beschäftigen, weil es dem Betrachter, aber auch dem Fotografen eine veränderte Sichtweise des Motivs abverlangt, fernab unserer farbigen Sehgewohnheiten.

Ich gebe zu, icAugenblickh bin bekennender Purist. Meine Bilder sind nicht die grossen Inszenierungen in einem aufwendig gebauten Set oder an einer spannenden Location. Es gibt keine Unzahl von Bildelementen die in Beziehung zu einander gebracht werden, es gibt eigentlich nur das Licht, das Model und vor allem der Ausdruck. Letzteres ist das, worum es in meinen Bildern geht.

Ich möchte damit das Bild auf das Wesentlichste begrenzen, das ein Portrait eines Menschen zeigen kann und versuche dieses in einen Dialog mit dem Betrachter zu bringen, der durch keine weiteren Elemente in der Aussage, des Ausdrucks und Gestaltung gestört oder beeinflusst wird. Dieses ist ein zentraler Faktor in meinen Bildern und auch unabdingbar mit der eigentlichen Bildidee verbunden.

Ich bin der Meinung, wenn man die Emotionen eines Menschen so darstellen kann, das man weder etwas hinzufügen muss, noch etwas mehr weglassen kann, steht damit das klare, eigene Ich dieses Menschen im völligen Fokus.

Nichts wird verdeckt, nichts wird verborgen – es ist eine Essenz aus der Darstellung und der Wahrnehmung des Betrachters von dem das Bild lebt – nichts weiter.

Nun könnte man der Meinung erliegen, dies sei doch einfach zu machen, aber es hat sich nur zu oft gezeigt, dass es zwar leicht ist ein Foto von einem Menschen zu machen, aber ein Gefühl zu transportieren, dass gleichzeitig auch bei der Betrachtung ebenso erlebt wird, ist eine komplizierte und komplexe Aufgabe, die nicht leicht zu lösen ist.

Es ist eine Gradwanderung beim Fotografieren solche Situationen zwischen Mensch und Fotograf zu erzeugen und ich habe selbst die Irritation von erfahrenen Models erlebt, die es zwar gewohnt sind vor der Kamera ihre Schönheit zu präsentieren, nicht aber ihre Emotionen.

Meine Bilder leben auch nicht von absoluter Perfektion und Glamour Retusche. Ich möchte die gezeigten Personen dem Betrachter nicht entrücken; Kunstfiguren schaffen, die man nur wieder mit viel Vorstellungskraft in die Realität übertragen kann. Ich möchte Menschen zeigen die greifbar sind. Für unsere Sinne erfassbar. Das ist die Beziehung die ich herstellen möchte und die dann wiederum wirkt, ohne zu überfordern.

Ich möchte eine ästhetische Natürlichkeit zeigen, die durchweg mit kleinen Makeln der gezeigten Person behaftet sein darf. Dieses empfinde ich als höchst sympathisch und nicht als negatives CharakteristikuGleichklangm.

Meine Bilder sind ein Angebot an den Betrachter, den ursprünglichen Kontext bei der Aufnahme nachzuvollziehen und daraus für sich eine ganz eigene Interpretation zu schaffen.

Ich gebe damit keine vorgefertigte Aussage ab. Jeder soll die Möglichkeit bekommen mit dem Bild in Kontakt zu treten und dieses selbst und auf eigene Weise zu erspüren.

 

Wenn man sich darauf einlässt, kann es ein kleines Experiment mit sich selbst werden, wenn nicht, ist es nur ein Foto über das man flüchtig hinwegblickt.

Die Schwarz / Weiss Fotografie erscheint mir dafür oftmals als die perfekte Wahl zur Intensivierung und Erfassung dieses Empfindens, weil es die Dynamik des Bildes aufgrund des Farbverlustes reduziert und gleichzeitig den Grad des Ausdrucks stark unterstützt.

Dabei spielt es auch eigentlich keine Rolle, ob die Bilder ebenfalls mit einer weiteren Tonung versehen werden, denn der monochrome Charakter eines Bildes dieser Art ist das eigentlich Wesentliche

Natürlich gibt es auch FarFrag' nichtben in meiner Bilderwelt; nur auch hier mag ich mittlerweile ein gewisses Mass an Zurückhaltung.

Die Zeiten meiner Bilder im Stil einer Playboy-Produktion sind irgendwie vorbei und ich mag es auch nicht mehr so recht sehen.

Ich halte das für fotografischen Mainstream. Nett, aber irgendwie ohne Identität.

Daher bevorzuge ich eine gewisse Distanz zu kräftigen Farbgebungen und experimentiere hier hauptsächlich mit sanften, nuancierten Tonungen, die den Ausdruck des Bildes zwar unterstützen, ihn aber nicht farblich überladen.

In diesem Sinne, wird auch weiterhin die Schwarz / Weiss Fotografie in meinen Bildern eine zentrale Rolle spielen, auch allen modischen Bildstyles zum trotz, die eigentlich immer nur kurzfristig Aufmerksamkeit in der Welt der Fotografie verursachen und danach ganz einfach wieder verschwinden.

Ich empfinde ein Bild in Schwarz / Weiss eigentlich immer als die ursprünglichste Form des Ausdrucks in der Fotografie und dadurch in seiner Definition und Prägnanz immer wieder unübertroffen.

Herzliche Grüsse

Holger

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2 Comments to “MEINE WELT IN SCHWARZ / WEISS”

  1. Joerg Dumkow sagt:

    moin, sehr beeindruckende Bilder. Sowohl s/w als auch die Tonungen berühren mein Herz…… Gut gemacht. LG – Joerg 🙂

  2. Hallo Holger, das ist wirklich ein wunderschönes Gesamtwerk mit einer spürbaren Philosophie dahinter. Konnte Deine Arbeit schon auf Pentaprismcommunity bewundern. Photographie ist etwas, dass sich auch im Kopf entwicklelt und niemals aufhört.
    lg RIchard Pichler

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